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„Die Grafschaft ist Vorbild für das ganze Land“

Nordhorns „Sinfonic Rock-Ensemble“ begeisterte beim Sommerfest der Landesvertretung in Berlin

Die Sonne, die Musiker des „Sinfonic Rock-Ensembles“ der Musikschule Nordhorn und Landrat Friedrich Kethorn strahlten beim Sommerfest der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin am Montagabend um die Wette: Christian Wulff, zu diesem Zeitpunkt Niedersachsens Ministerpräsident und Kandidat für das Bundespräsidentenamt, hatte zur offiziellen Eröffnung des Festes die Grafschaft als Vorbild für das ganz Land und die „Sinfonic-Rocker“ als „großartiges“ Orchester gelobt. Und dafür gab’s von den Ehrengästen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel an der von Medienvertretern dicht umlagerten Musikschul-Bühne einen dicken Applaus.

Von Thomas Kriegisch - Berlin/Nordhorn. Das „Sinfonic Rock-Ensemble“ hatte gerade mit viel Schwung und Feierlichkeit auf der Hauptbühne die ersten Takte von Edward Elgars „Land of Hope and Glory“ intoniert, als die Bodyguards Bundeskanzlerin Merkel, Ministerpräsident Wulff mit Ehefrau Bettina sowie einigen Bundes- und Landesministern eine schmale Gasse durch ein Heer von Pressefotografen und internationalen Fernsehteams zu ihren Plätzen direkt vor dem Orchester bahnten. Die englische Hymne auf das „Land der Hoffnung und des Ruhmes“ gaben diesem Auftritt einen nahezu majestätischen Glanz, der Kanzlerin Merkel die Erschöpfung des Rückfluges vom G 20-Gipfel aus Kanada aus dem Gesicht nahm und die Augen strahlen ließ.
Von einem solch hochkarätigen Auftritt vor Deutschlands versammelter Politik-Prominenz von Merkel bis Westerwelle hätte keiner der 60 Musiker des „Sinfonic Rock-Ensembles“ zuvor zu träumen gewagt. Denn keiner hatte damit gerechnet, dass man im dichtesten Medienrummel als musikalischer Hauptact die Glanzlichter zur offiziellen Eröffnung des Sommerfestes setzen würde und dabei der Bundeskanzlerin und einigen Kabinettsmitgliedern fast zum Greifen nahe gegenüber saß. Ohne große Nervosität, dafür aber mit viel Spielfreude begeisterten dann die deutschen und niederländischen Musikschüler, Musiklehrer und Chorsänger sowie die Gesangssolisten Isabel Boyer, Linda Kinsbergen, Donovan van Waard und Thomas Meeuwis mit einem mitreißenden Mix aus Klassik und Rock. Der satte Live-Sound der Sinfoniker und das Repertoire aus Rockballaden wie „Leningrad“, „Music“, „Bohemian Rhapsody“ oder Klassikern wie „Adios Nonino“ sorgten noch lange nach dem Auftritt des bis 4 Uhr morgens laufenden Festes in manchen Smalltalks der insgesamt 3800 Sommerfest-Gäste für Anerkennung und Gesprächsstoff.
Glücklich und stolz über die Ensembleleistung zeigten sich die musikalischen Leiter Ivo Weijmans, Michael Gantke und Hilmar Sundermann sowie Musikschulleiter Thomas Prager. Nordhorns ehemaliger Musikschulchef Johannes Strzyzewski, heute Leiter der größten deutschen Musikschule in Bielefeld, hatte es sich nicht nehmen lassen, die Band in Berlin als E-Gitarrist zu verstärken.
Auch für die Vertreter des Landkreises, der an seinem dicht umlagerten Stand direkt neben der Hauptbühne Grafschafter Spezialitäten vom Schinken bis zum Wacholderschnaps unter die Gäste brachte, war Berlin in allen Belangen eine Reise wert. Landrat Kethorn hörte es mit sichtlicher Freude, als Wulff in seiner Eröffnung die Grafschaft namentlich als einzigen Landkreis Niedersachsens nannte und als Vorbild für das gesamte Bundesland adelte. Nordhorn und die Grafschaft beeindruckten Wulff dabei nicht nur durch das „großartig aufspielende Orchester“ der städtischen Musikschule, sondern auch „durch die Fähigkeit, den Strukturwandel zu bewältigen“. Und niemand habe dabei im Kreis gefragt, was Brüssel, Berlin oder Hannover tun könne – vielmehr hätten die Grafschafter die Ärmel hochgekrempelt und selber angepackt.
„Die Musikschule Nordhorn hat einen tollen Einstand gegeben, das Ensemble hat super gespielt“, freute sich Kethorn über die kulturellen Botschafter aus der Kreisstadt: „Das war ein überzeugender Auftakt zum Sommerfest und man hat bei Christian Wulff gemerkt, dass er wirklich begeistert war.“ Und Kethorn selbst war merklich darüber begeistert, dass Wulff die Grafschaft derart ins Rampenlicht gerückt hatte.
„Das ist echtes Stadtmarketing“, meinte Nordhorns Kulturfachbereichsleiterin Cornelia Baumann zu dem grandiosen Auftritt der Nordhorner Musiker und den noch lange nachklingenden Eindrücken bei den vielen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Medien. Aus der Grafschafter Politik waren neben Kethorn und dem CDU-Landtagsabgeordneten Reinhold Hilbers, der den Auftritt der „Sinfonic-Rocker“ vermittelt hatte, auch der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Will unter den Gästen.
Hilbers zeigte sich nach dem Auftritt der Musikschule stark beeindruckt und nahm sich gleich mit dem neuen deutsch-niederländischen „Exportschlager“ noch einiges mehr vor. „Das wäre eigentlich auch mal etwas für Brüssel oder Straßburg“, meinte der CDU-Landtagsabgeordnete. Mit dem Orchester könne man schließlich zeigen, wie Europa an der Basis funktioniert. Wer weiß, wie Hilbers funktioniert, der geht jetzt schon davon aus, dass es der rührige Abgeordnete tatsächlich ernst meint und „Sinfonic Rock“ aus Nordhorn demnächst auch die EU-Politik begeistert.

Quelle: GN-Bericht vom 01.07.2010

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